Verantwortung für Generationen

Entwurf:

Wahlprogramm der Waiblinger SPD für die Kommunalwahl am 7. Juni 2009

(Beschlossen durch die Mitgliederversammlung am 6.2.2009)

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Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern / Gleichstellung

In Städten und Gemeinden kann unsere Demokratie besonders direkt gestaltet werden. Wir sprechen uns dafür aus, die Menschen in Waiblingen so weit wie möglich an den Entscheidungen zu beteiligen. Durch eine verstärkte Bürgerbeteiligung wollen wir ein Höchstmaß an Bürgerorientierung erreichen. Die Vorraussetzung dafür ist, dass die Bürgerinnen und Bürger Lust auf Politik in ihrer Stadt bekommen.
Wir setzen uns darum für bessere Beteiligungsmöglichkeiten der Betroffenen (Jugendgemeinderat, Stadtseniorenrat, Ausländerrat, Frauenrat) bei politischen Entscheidungsprozessen ein. In Bürgerforen und Zukunftswerkstätten kann sich jeder an der Entwicklung einzelner Themen beteiligen. Der Prozess des Stadtentwicklungsplans und der Ortsentwicklungspläne war ein Weg, den wir mit den Bürgern weiter gehen wollen.
Bürgerfragestunden sollen weiter gepflegt werden und Bürgerversammlungen über das gesetzlich geforderte Maß hinaus als Möglichkeit gepflegt werden, die Bürgerinnen und Bürger in Entscheidungen mit einzubeziehen.
Zur Beteiligung aller gehört weiterhin die Förderung von Frauen. Trotz formeller Gleichstellung sind die Frauen in Wahlämtern und in städtischen Führungspositionen noch stark unterrepräsentiert. Die Frau-enbeauftragte, der Frauenrat und das Frauenzentrum sind weiterhin unverzichtbar, um die wirkliche Gleichstellung der Geschlechter zu verwirklichen.

Nur eine lebendige Demokratie ermöglicht nachhaltige Entscheidungen für Generationen


Bildung, Betreuung und soziale Teilhabe

Erreichtes: Wir freuen uns, dass langjährige Forderungen der SPD nun Allgemeingut geworden sind:
- Es gibt inzwischen 270 Betreuungsplätze für 1-3-Jährige in Waiblingen
- Im Kindergartenbereich wurden die Öffnungszeiten verlängert und auf den Bedarf abgestimmt
- In den Grundschulen werden Kernzeitenbetreuung, Hort oder Ganztagsbetrieb angeboten
- Die weiterführenden Schulen sind zum Teil bereits Ganztagsschulen oder ent-wickeln derzeit bedarfs-gerechte Lösungen
- Die Sprachförderung im Vorschulbereich wurde eingeführt, der Kindergarten wird zunehmend als Bildungseinrichtung gesehen

Dennoch: Es gibt keinen Grund sich zurückzulehnen. Alle Betreuungsangebote müssen nach Bedarf weiter ausgebaut werden, so dass eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Waiblingen möglich ist und Kinder altersgerecht gefördert werden können.
Bildung ist Ländersache, das Land Baden-Württemberg muss sich bei Sprachförderung, der Umsetzung des Orientierungsplans und bei der Betreuung von Kindern finanziell stärker beteiligen.

Deshalb: Gleiche Chancen für alle! Kein Kind darf zurückgelassen werden!
Mit diesen Maßnahmen wollen wir darauf zuarbeiten:
- Alle Kindertageseinrichtungen sollen beitragsfrei werden
- Ein Modellprojekt in Waiblingen für eine sechsjährige Grundschule
- Überprüfung des Berechtigtenkreises für den Stadtpass Plus
- Kostenfreies Mittagessen in allen Betreuungseinrichtungen und Schulen sowie Zuschuss zu den Ein-schulungskosten („Ranzengeld“) in Form von Gutscheinen für alle Stadtpass-Plus-Inhaber
- Eine Konferenz zur Kinderarmut in Waiblingen, die weitere sinnvolle Hilfsmöglichkeiten erarbeitet.
- Weiterer Ausbau der Sprachförderung
- Mehr Musik-, Kunst- und Sportangebote an den Schulen
- Mehr Personal für die Betreuung von Kindern

Bildung, Betreuung und soziale Teilhabe schaffen soziale Gerechtigkeit und nicht zuletzt wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit für Generationen


Angebote für die ältere Generation

Situation: Auch in Waiblingen leben wir in einer älter werdenden Gesellschaft. Nach einer Vorausbe-rechnung des statistischen Landesamts für Baden-Württemberg wird der Anteil der alten und sehr alten Menschen über 85 Jahren in den kommenden Jahren überproportional ansteigen.
Eine älter werdende Stadt ist kein Problem, sondern eine große Chance. Für uns Sozialdemokraten stehen dabei die Themen barrierefreies Wohnen und kommunale Altenhilfeplanung im Mittelpunkt.
Wohnen: Bei allen Neubauvorhaben muss barrierefreies Wohnen vorgesehen werden. So können wir auch vermeiden, dass ältere Menschen aus Sorge, aus der gewohnten Umgebung wegziehen zu müs-sen, in viel zu großen Wohnungen bleiben. Die Einrichtung einer Fachstelle für barrierefreies Wohnen soll dafür sorgen, dass die Anforderungen in den Bebauungsplänen berücksichtigt werden.
Kommunale Altenhilfeplanung: Die städtische Infrastruktur muss auf die Bedürfnisse der Seniorinnen und Senioren abgestimmt werden. Alle Einkaufsmöglichkeiten, kulturelle Angebote und Ämter müssen für sie problemlos erreichbar sein. Dezentrale Kultur- und Sportangebote verkürzen die Wege für Senio-ren. Die Seniorenzentren, die in den Ortschaften und den Stadtteilen entstehen, werden wir unterstützen.
Einzelne Maßnahmen können die Lebensqualität der älteren Generation verbessern:
- mehr Kulturprogramme am Nachmittag
- Treffpunkte im Freien schaffen
- ansprechende Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten in allen Stadtteilen und Ortschaften
- Runder Tisch „Hilfe und Pflege“ einrichten
- generationenübergreifende Angebote fördern
- Vernetzung und Ausbau der Angebote für Menschen mit dementieller Erkrankung

Wer die Bedürfnisse Älterer berücksichtigt, schafft die Stadt für alle Generationen


Stadtentwicklung - Wohnen

Erreichtes: Im Stadtentwicklungsplan (STEP) der Stadt Waiblingen wird die Auseinandersetzung mit „der Vielfalt des heutigen Wohnens“ gefordert. Hier wird auf die Wohnbedürfnisse der verschiedenen Organisationsformen der Haushalte eingegangen: Singles, Alleinerziehende, gemeinsame Wohnungen verschiedener Haushalte, Menschen mit Behinderungen, Menschen unterschiedlicher Kulturkreise und Gesellschaftsschichten.

Dennoch: Den Forderungen im STEP müssen Taten folgen. Die Konzentration auf Doppel- und Reihenhäuser, wie sie in unseren Neubaugebieten vermehrt zu finden sind, stellen keine zukunftsfähigen Wohnformen dar. Auch in diesen Einfamilienhäusern werden in ca. zwanzig Jahren Paare oder Einzel-personen wohnen. Der demographische Wandel wird dann in den Neubaugebieten von heute sichtbar werden.

Deshalb: Innenentwicklung vor Außenentwicklung – dieser Grundsatz gilt auch für uns. Die bestehen-den Wohnsiedlungen haben im Gegensatz zu Neubaugebieten den Vorteil, dass hier die Vielfalt des Wohnens schon besteht. Jedoch muss eine Nachverdichtung mit Maß und Ziel erfolgen. Innenentwicklung heißt für uns Baulücken schließen und bestehende Gebäude besser nutzen, jedoch so, dass sich die neuen Gebäude in die vorhandene Bebauung einfügen und eine Durchgrünung des Wohngebietes erhalten bleibt.
Die Ausarbeitung der Bebauungspläne für neue Baugebiete liegt in der Hand der Kommune. Hier können die Weichen für alternative, zukunftsweisende Wohnkonzepte gestellt werden. Dies darf nicht nur für Modellsiedlungen gelten, sondern muss auf alle neuen Bebauungspläne angewandt werden. Wir wollen die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft prüfen, die solche Konzepte auch für Menschen mit geringerem Einkommen verwirklichen kann.
Wir unterstützen darum das Waiblinger Modell der Neuen Baulandentwicklung, bei der die Stadt ein Baugebiet erst entwickelt, wenn sie alle Grundstücke kaufen konnte. Dies sollte auch dazu genutzt wer-den, Bauland zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Das Baukindergeld für junge Familien werden wir weiter entwickeln.
Unsere Ideen für neue Wohnsiedlungen sind:
- Flexible Grundrisse – Wohnungen die nach Bedarf geteilt oder zusammengelegt werden können
- Barrierefreie Wohnungen
- Gemeinschaftseinrichtungen wie Gemeinschaftsräume, gemeinsam genutzte Grünflächen
- Versorgung der Wohnungen über Fernwärme aus Blockheizkraftwerken
- Ausrichtung der Dachflächen nach Süden um die Nutzung der Solarenergie zu ermöglichen
- Optimale Erschließung durch den öffentlichen Nahverkehr

Eine innovative Stadtentwicklung schafft Wohn- und Lebensräume für Generationen


Kommunale Verkehrspolitik

Situation: Der Klimawandel, die Feinstaubproblematik, die Lärmbelästigung der Menschen und die Stauproblematik sind die zentralen Herausforderungen für die kommunale Verkehrspolitik.
Lösungsansätze für kommunale Verkehrsprobleme sind nicht zu trennen von einem attraktiven und preiswerten öffentlichen Nahverkehr. Die steigenden Benzinpreise machen dazu den ÖPNV attraktiv wie nie zuvor. Auch der demografische Wandel zwingt uns zu einem Umdenken und zu einem Ausbau des ÖPNV.
Alle Verkehrsuntersuchungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Probleme des Individual-verkehrs in unseren Ortschaften nicht einfach durch eine Verlagerung des Verkehrs auf sogenannte Umgehungsstraßen zu lösen sind. Nach wie vor sind die Probleme eher hausgemacht, d.h. der Ziel- und Quellverkehr unserer Ortschaften liegt in der Regel weit über 50% des gesamten Verkehrsaufkommens. Alle neutralen Verkehrsgutachten, die für viel Geld erstellt wurden, haben dies erneut bewiesen. Daraus sind die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Dies gehört zu einer ehrlichen und bürgernahen Kom-munalpolitik. Auch unangenehme Nachrichten müssen bewusst wahrgenommen werden.
Gemeinsam müssen wir deshalb die notwendigen Konsequenzen ziehen.

Konkret heißt dies für uns:
- Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h auf allen Durchgangsstraßen in unseren Ortschaften.
- Keine Ostumfahrung in Neustadt / Hohenacker.
- Keine neue Erschließungsstraße zum Hausweinberg
- Kein Nord-Ost-Ring durch das Schmidener Feld. Wir treten ein für eine Brücke über den Neckar in Remseck nach den Billinger-Vorschlägen und für eine kleinräumige Umfahrung von Hegnach unter Einbeziehung bestehender Straßen. So soll das Ziel, vor allem den Schwerlastverkehr aus der Neckarstraße zu bekommen, erreicht werden.
- In den Ortskernen wollen wir die Prüfung, inwieweit die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer in den Verkehrsräumen möglich ist.
- Weiterer Ausbau der Radwegeverbindungen.

Unsere Hauptforderung ist der groß angelegte Ausbau des ÖPNV
Vertaktung der Buslinien: Auf allen Buslinien ist eine Vertaktung der Buszeiten und eine zeitliche Anbindung an die S-Bahnlinien anzustreben.
Spätanschlüsse: Alle Ortschaften brauchen einen Anschluss an die beiden letzten S-Bahnzeiten (S2 und S3) bei Nacht. So gewinnt der nächtliche Heimweg für alle ÖPNV-Nutzern an Sicherheit. Dabei sind Sammel- und Ruftaxen zu weiter auszubauen.

SPD in Waiblingen
Programm 2009 .

Fahrgast- und Anschlussinformationsinformationssystem: An allen zentralen Umsteigepunkten unserer Stadt können mit einem solchen System die Anschlüsse besser aufeinander abgestimmt werden. Hat die S-Bahn z.B. zwei Minuten Verspätungen, so kann der Busfahrer dies mit einem modernen Anschlussinformationssystem erkennen, den Anschluss abwarten und den umsteigenden Fahrgästen so längere Wartezeiten ersparen.
Haltestellen: Alle Bushaltestellen sind so auszubauen, dass die wartenden Fahrgäste Schutz vor Regen und Sonne genießen und eine Sitzgelegenheit und Sicherheit durch ausreichendes Licht bekommen. Für die Ausleuchtung sollen auch Solarsysteme genutzt werden. Nur so können auch die Fahrpläne gelesen wer-den.
Nahverkehr zwischen Waiblingen und Ludwigsburg: Die Machbarkeitsstudien haben bewiesen, dass ein schienengebundener Nahverkehr zwischen Waiblingen und Ludwigsburg zu erheblichen Entlastungen im Individualverkehr führt. Somit werden die bestehenden Verbindungsstraßen entlastet.
Behindertengerechter Bahnhof: Dies ist leider eine leidvolle Geschichte in Waiblingen. Weder hat der Bahnhof einen Aufzug noch funktioniert die Rolltreppe immer. Auch sind die Wege von und zu den Bussen oder zum eigenen abgestellten Auto nicht immer behindertengerecht ausgebaut. Hier sind Änderungen dringend notwendig.
Attraktive Preisgestaltung: Insgesamt ist der ÖPNV zu teuer. Deshalb fordern wir für Waiblingen und seine Ortschaften einen „Waiblingen-Tarif“, der gewissermaßen den Kurzstreckentarif auf das gesamte Stadtgebiet ausdehnt.

Eine umweltfreundliche Verkehrspolitik schafft Mobilität für Generationen


Kommunale Wirtschaftspolitik

Situation: Waiblingen ist ein guter und erfolgreicher Wirtschaftsstandort. Wir wollen diesen Standort erhalten, indem wir uns für die notwendige Infrastruktur einsetzen. Die Arbeitsplätze in unserer Stadt müssen gesichert und der Wohlstand erhalten werden. Eine vorausschauende und nachhaltige Boden-politik, Wirtschaftsförderung und die Unterstützung innovativer Ideen in unserer Stadt sind dafür not-wendig.
Darum: In Schulen und Ausbildungsbetrieben müssen alle Kinder und Jugendlichen ihre Fähigkeiten so entwickeln können, dass sie für den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereitet sind. Eine leistungsfähige und soziale Stadt ist die Voraussetzung dafür, dass sich Unternehmen entwickeln können. Öffentliche Ar-mut, marode Straßen und schlecht ausgebaute Schulen wären ein schlechte Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Die Infrastruktur muss darum unter städtischer Kontrolle blei-ben.

Standortsicherung von Unternehmen und Schaffung zukunftsfähiger Ausbildungs- und Arbeitsplätzen
Die Stadt muss weiterhin alles tun, um die hier ansässigen Unternehmen zu halten und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Daneben sind aber auch neue Unternehmen für Waiblingen zu gewinnen. Unternehmen mit zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen. Dies bietet sich vor allem in neuen Gewerbegebieten an. Der erfolgreich eingeschlagene Weg mit dem PEC, der Ansiedlung der Energieagentur des Rems-Murr-Kreises und dem Masterstudiengang „Integral Studies“ ist konsequent fortzusetzen.
Die Stadt muss innovative Existenzgründungen, die Ansiedlung neuer Unternehmen und den Aufbau von Netzwerken von Unternehmerinnen und Unternehmern unterstützen, um gemeinsame Ressourcen zu nutzen und Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen.
Wir unterstützen das Stadtmarketing, um die schönen Seiten und Standortvorteile unserer Stadt den Bürgerinnen und Bürgern aus Waiblingen und der ganzen Region nahe zu bringen und damit Kaufkraft zu binden und anzuziehen. Positive Beispiele sind die vielen Aktionen wie der Ostermarkt, der Martini-markt, „Waiblingen leuchtet“ aber auch der Ausbau der „WIR-Card“ oder der „Freundlichen Toilette“.

Wahrung der öffentlichen Daseinsvorsorge
Die Einrichtung und Leistungen der öffentlichen Daseinsvorsorge müssen allen Bürgerinnen und Bürgern unabhängig von ihrer materiellen Leistungsfähigkeit zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehen.
Auch unsere Betriebe und Unternehmen sind auf gut funktionierende Dienstleistungen und Infrastrukturen angewiesen. Diese zu gewährleisten und zu erbringen, ist für uns die Kernaufgabe der Städte und Gemeinden.
- Deshalb lehnen wir die Privatisierung kommunaler Dienstleistungen ab.
- Deshalb setzen wir uns insgesamt für die Stärkung unserer Stadtwerke ein. Dazu ist es notwendig, dass die Stadt das Eigenkapital der Stadtwerke nicht nur sichert, sondern deutlich verbessert.

Eine nachhaltige Wirtschaftspolitik sichert den Wohlstand für Generationen


Kultur

Waiblingen verfügt über ein breites Kulturangebot, das in einer großen Vielfalt alle Bevölkerungs- und Altergruppen anspricht: von professionellen musikalischen Veranstaltungen (Opern, Operetten, Musicals, Theater und Konzerten) im Bürgerzentrum, über anspruchsvolle Angebote im Schwanen bis zu zahlreichen Jazz- und Kleinkunstveranstaltungen, aber auch Groß-Events. Die Veranstaltungsreihen der Stadtbücherei und der Buch-Markt-Platz setzen Maßstäbe im Literaturbereich. Diese Vielfalt gilt es zu erhalten. Das Gleiche gilt für die bildende Kunst mit einer Reihe von hochkarätigen Ausstellungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen.
Mit dem überaus erfolgreichen Start der Galerie STIHL mit nun bereits drei Ausstellungen wurde eine neue Dimension erreicht, die Waiblingen mit dem Konzept „Arbeiten auf Papier“ nicht nur in der Region zu einer der führenden Städte auf diesem Gebiet macht. Die enge Zusammenarbeit mit der Kunstschule in der Kunstvermittlung muss essentieller Bestandteil dieser Konzeption bleiben.
Die Arbeit der Kunstschule und vieler anderer Einrichtungen, die Menschen – vor allem Kinder und Jugendliche - an die Kunst heranführt und sie zu selbständiger künstlerischer Betätigung befähigt, wird von uns nachhaltig unterstützt.
Anerkennung verdienen auch die Chöre, Orchester, Kultur- und Tanzgruppen, die in Waiblingen und den einzelnen Ortschaften mit einem hohen Engagement in vielfältiger Weise das kulturelle Leben be-reichern. Wir werden uns für die weitere Förderung ihrer Aktivitäten einsetzen.

Durch Kultur wird unsere Stadt lebenswert für Generationen


Vereinsförderung und Sport

Ohne bürgerschaftliches Engagement ist die soziale Demokratie nicht denkbar. Dieses Engagement muss darum weiter unterstützt und anerkannt werden. Wir sehen das bürgerschaftliche Engagement als Form der Bürgerbeteiligung und sozialen Teilhabe – nicht jedoch als Möglichkeit, Dienstleistungen preiswerter zu erhalten.
Die meisten Waiblingerinnen und Waiblinger engagieren sich in Vereinen. In mehr als 400 Vereinen hat sich eine bunte Vielfalt von Freizeitmöglichkeiten entwickelt, die wir durch direkte Vereinsförderung, Förderung einzelner Projekte und Ausweitung der Anerkennungskultur weiter unterstützen wollen. Die Schwerpunkte bei der Vereinsförderung liegen für uns bei der Kinder- und Jugendarbeit sowie bei der Energieeinsparung. Fördern wollen wir außerdem einzelne Projekte von Vereinen, besonders niederschwellige Angebote für Bürger, die sich noch nicht engagieren.
Waiblingen ist eine Sportstadt und soll es auch bleiben! Den größten Anteil unter den Vereinen nehmen die Sportvereine ein. Hier ist mit dem Sportentwicklungsplan in den vergangenen Jahren eine gute Basis für deren weitere Förderung und Unterstützung geschaffen worden. Unter Beteiligung von Vertretern des Vereins-, des Schul- und des Leistungssports wurden die Bedürfnisse und die Perspektiven des Sports in unserer Stadt zusammengetragen. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass diese Ideen auch umgesetzt werden und ein innovatives Sportangebot für alle Bürgerinnen und Bürger geschaffen wird.

Bürgerschaftliches Engagement ermöglicht die soziale Stadt für Generationen


Integration

Situation: Waiblingen hat viele Mitbürger aus anderen Ländern. Über 17 % aller Einwohner der Stadt sind Ausländer. Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund liegt deutlich höher und dürfte bei deutlich über 20 % liegen.

Darum: Wir werden weiterhin alles dafür tun, damit sich alle in Waiblingen wohlfühlen und das Zusam-menleben aller gut funktioniert. Wir unterstützen alles, was die Teilhabe aller am gesamten gesellschaft-lichen Leben - Sport, Musik, Kunst, Kultur, Ehrenamt - fördert. Auch Personen mit Migrationshintergrund müssen aktiv für eine Mitwirkung in Waiblinger Vereinen und Organisationen gewonnen werden. Nur so kann ein harmonisches Zusammenleben gelingen und das Verantwortungsbewusstsein für unsere Stadt gestärkt werden.

Konkret heißt das für uns:
- Jedes Kind muss die deutsche Sprache können, jedes Kind muss die Chance für einen ihm entsprechenden Schulabschluss bekommen. Darauf muss in unseren Kindertagesstätten und Schulen besonders geachtet werden.
- Das Amt des städtischen Integrationsbeauftragten ist weiterhin erforderlich. Auch die Begegnungsstätten der ausländischen Vereine werden wir erhalten.
- Abschottungs- und Isolationstendenzen werden wir entgegenwirken; Parallelgesellschaften dürfen sich nicht entwickeln.
- Jedem Ansatz von Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit werden wir konsequent begegnen.
- Wir wollen Frauen-Sprach-Cafés als niederschwellige Integrationsangebote einrichten.

Integration ermöglicht ein friedliches Zusammenleben für Generationen


Sicherung der Umwelt

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Kraftwärmekopplung hat für uns absoluten Vorrang. Hier können die Stadtwerke eine zentrale Stellung bekommen.
- Dazu gehört die Förderung solarthermischer Anlagen, die Errichtung von Photovoltaikanlagen, die Nutzung der Geothermie, der Bau einer Biogasanlage und der Einsatz modernster Technik zur Energie-verbrauchsminimierung z.B. bei der Straßen- oder Stadtbeleuchtung.
- Auch die Gewinnung von Strom aus Wasserkraftwerken kann in unserer Stadt weiter ausgebaut und muss auf neuestem technischen Stand gehalten werden.
- Wir schließen auch die Beteiligung an Windkraftanlagen an geeigneten Orten durch unsere Stadtwerke nicht aus und werden die Prüfung solcher Beteiligungsformen fordern.
- Sowohl bei Neubaugebieten als auch bei öffentlichen Gebäuden ist der Einsatz von BHKWs auf Basis von Biomasse – Nutzung voranzutreiben.
Unsere Stadt muss Zug um Zug unabhängig von Energieträgern auf der Basis fossiler Brennstof-fe gemacht werden. Hier liegt die Verantwortung heutiger Generationen gegenüber den zukünf-tigen. Dieser Verantwortung wollen wir gerecht werden.

Senkung der Strahlenbelastung
Wir unterstützen die Bemühungen der Bürgerinitiativen „Mobilfunk“ und die Politik der Stadt, um die Strahlenbelastung der Bürgerinnen und Bürger zu senken.

Gentechnikfreie Produkte in kommunalen Einrichtungen
Situation: 80% der Menschen in Deutschland lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel und den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ab. Die Auswirkungen auf Mensch und Natur sind nicht erforscht, die Folgen für die heimische Landwirtschaft nicht absehbar.
Deshalb: Wir wollen, dass in kommunalen Einrichtungen konsequent gentechnikfreie Lebensmittel angeboten werden und zwar nach Möglichkeit aus lokaler und regionaler Produktion. Eine Vernetzung mit den ortsansässigen Landwirten, Bäckern, Metzgern und Lebensmittelhändlern ist hierfür notwendig und stärkt die Position der heimischen Lebensmittelerzeuger.

Die Sicherung der Umwelt ist die wichtigste Aufgabe für Generationen